Idrosee – Reiseführer – Lago d’Idro

Es ist ein warmer Südwind, der die Fluten und Gestade des Idrosees umschmeichelt. Wie am nahen Gardasee ist auf die „Ora“ Verlass, denn sie erfreut regelmäßig zur Mittagszeit die Surfer an der Ponte Caffaro, wo die Flüsse Chiese und Caffaro in den See münden.

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Verlass ist aber auf einen Wind namens „Ander„, der die Region in der Provinz Brescia mit angenehmen Temperaturen am Abend und in der Nacht versorgt. Und deshalb ist ein Urlaub am Idrosee eine höchst angenehme Erfahrung, denn wer dort gut schläft, kann den nächsten Tag mit zahlreichen Aktivitäten und Erlebnissen füllen. Malerische Dörfer und schattige Wälder markieren die Wege in den Voralpen Brescias. Der Idrosee in Oberitalien ist kein Riese sondern eine wahre Perle der Natur, die hier das Wasser der kleinen Flüsse staut. Der See ist gerade einmal zehn Kilometer lang und knapp zwei Kilometer breit und bietet ideale Bedingungen des Wassersports. Auch deshalb, weil er sich im Sommer bis auf 25 Grad erwärmt. Im Gegensatz zum Gardasee ist hier vom Massentourismus bisher nur wenig zu spüren. Die Gäste genießen Sonne und See mit all‘ ihren Sinnen und lassen sich am Abend in den Restaurants von erstklassigen Köchen verwöhnen.

 B&B Re‘ Perone, Anfo

Anmerkung: Absolute Traumlage mit Blick auf den See; symphatisches Haus mit sehr freundlichem Service und super Frühstück.

Das B&B Re‘ Perone liegt in Anfo, 34 km von Sirmione entfernt und bietet einen saisonalen Außenpool und Bergblick auf den Berg. Die Privatparkplätze an der Unterkunft stehen Ihnen kostenfrei zur Verfügung. Freuen Sie sich im B&B Re‘ Perone zudem auf kostenfreies WLAN.

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Zu den gastronomischen Spezialitäten der Region zählt die „Ernte“ aus den Fluten des Sees. Denn gefischt wurde dort schon immer. Wer in seinem Urlaub dort angeln möchte, sollte sich den Angelschein der Lombardei besorgen. Er kostet nur ein paar Euro, ist zwei Monate gültig und in jedem Postamt der Region zu haben. Barsch, Hecht oder Aal – das sind nur wenige der zahlreichen Fische, die den stillen und von grünen Hügeln umgebenen See bevölkern.

 Fewo Rocca d’Anfo, Rocca d’Anfo

Anmerkung: Sehr schöner Blick auf den See; neuwertiges Haus am Ortsrand.

Das Rocca d’Anfo bietet einen Garten und eine Terrasse. Von der Unterkunft sind es 29 km bis nach Riva del Garda. WLAN nutzen Sie in allen Bereichen der Unterkunft kostenfrei. Alle Unterkünfte umfassen einen Sitz- und Essbereich. Einige Unterkünfte bieten eine Terrasse und/oder einen Balkon. Die Küche ist mit einem Geschirrspüler ausgestattet.

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Fast alle Dörfer am Ufer tragen mittelalterliche Züge. Bei den Menschen, die hier leben, wird Tradition ganz groß geschrieben und ein jeder ist stolz auf die idyllische Abgeschiedenheit ihrer Heimat. Enge Gassen, mächtige Eingangstore und schöne Innenhöfe sind die Merkmale der historischen Ortskerne. So oder so ähnlich könnte das wohl schon zu Zeiten der Römer gewesen sein, die sich einst in der Gegend von Idro, am östlichen Ufer des Sees, ansiedelten. Reste dieser rätisch-römischen Gemeinde wurden 1980 in Lemprato entdeckt. Deren Grabsäulen befinden sich in der aus dem 13. Jahrhundert stammenden schönen Kirche Santa Maria ad Undas di Pieve Vechia.

Besuchen sollte man am Idrosee auch die aus dem Mittelalter stammende Kirche San Giacomo in Ponte Caffaro, wo die Wind- und Kitesurfer zur Mittagsstunde nicht lange auf den Hotspot warten müssen und wo sich angenehme Übernachtungsquartiere und Campingplätze befinden. Aber auch Mountainbiker, Wanderer und Tennisspieler kommen hier auf ihre Kosten. Die Brücke über den Caffaro bildete übrigens bis zum Jahr 1919 die Grenze zwischen Österreich und Italien.

Und da die Wege am See fast immer kurz sind, bietet sich unbedingt ein Besuch der Fortezza Rocca d’Anfo an. Dabei handelt es sich um eine befestigte Militäranlage aus dem 15. Jahrhundert. Die Republik Venedig gab sie in der heutigen Gemeinde Anfo in Auftrag. Sie diente der Überwachung der ehemaligen Staatsgrenze zum Bischöflichen Fürstentum Trient. Unter Napoleon Bonaparte wurde die Festung am Hang des Monte Censo erweitert. Sie bildet ein eindrucksvolles Labyrinth aus Gassen und Treppen und schenkt den Besuchern grandiose Ausblicke auf den See. Über einen langen Zeitraum wurde die Fortezza Rocca d’Anfo vom italienischen Militär genutzt – heute ist sie der Öffentlichkeit zugänglich.

Auch wenn die Region an diesem See Norditaliens überschaubar ist, so bietet sie doch Abwechslung und Aktivitäten in Hülle und Fülle. Wer sich nach seiner Ankunft einen Überblick verschaffen möchte, der sollte an der Südseite des Sees die Serpentinen hinauffahren und von einem Aussichtspunkt die Landschaft und den Blick auf den „kleinen Bruder“ des Gardasees genießen. Auch Gleitschirmflieger zieht es hier her – insbesondere zum „Monte Alpo“, den die „Könige der Lüfte“ zu den besten Flugbergen des gesamten Alpenraums zählen. Die Thermik bietet hier ideale Bedingungen. Der Startplatz befindet sich nahe der Ortschaft Baitoni di Bondone in einer Höhe von etwas mehr als 1500 Metern. Gelandet wird im Nordosten des Idrosees auf einer Wiese in der Nähe des Campingplatzes Miralago. Als Alternative zum „Monte Alpo“ bietet sich zum Gleitschirmfliegen der Start vom „Monte Stino“ an. Dort gibt es auch für versierte Flieger das Angebot eines Sicherheitstrainings. So oder so sind eindrucksvolle und atemberaubende Panoramaflüge garantiert.

Auch für die Sympathisanten des Mountainbikes ist das Gebiet um den See ein wahres Eldorado. Es gibt dort an den Bergflanken Touren jeglichen Schwierigkeitsgrads, und kaum ein Trial ist von Wanderern bevölkert, so dass die Mountainbiker dort problemlos ihrem Hobby nachgehen können. Der See ist zudem ein Paradies für Wassersportler – allen voran für Segler und Ruderer, die dort wegen des Fahrverbots für große Motorboote keine Konkurrenz zu fürchten haben. Alles, was mehr als zehn Pferdestärken aufweist, ist hier nicht erwünscht. Vielmehr bieten sich die blauen Fluten und der Charme des Sees an, in aller Ruhe die charakteristische Landschaft mit ihren uralten Buchen, Zypressen und Akazien am Ufer zu genießen.

Wanderwege und Klettersteige führen hinauf zu den Gipfeln, die bis in Höhen von rund tausend Metern ragen. Ausgeschildert sind kurze Wege für Spaziergänger und anspruchsvolle Touren für jene, die sich in ihrem Urlaub körperlich fordern möchten. Eine überaus beliebte Strecke ist der „Wanderweg der Wasserfälle“. Er beginnt in einer Höhe von knapp vierhundert Metern in Crone und endet auf dem Gipfel des Perlè in 1031 Metern über dem Meeresspiegel. Der sogenannte „Sassello-Rücken“ verbindet die malerischen Dörfer Anfo und Vecchia miteinander. Zu einem ursprünglichen Teil des Sees führt der „Schmuggler-Wanderweg“ – er ist die einzige Verbindung für Fußgänger zwischen Baitoni und Vesta.

Wer sich bei einer Wanderung mit der Erfrischung für Körper und Geist nicht begnügt und sich am Ziel seiner Tour eine künftige Brotzeit wünscht, der wird sich in der Schutzhütte Rosa di Baremone unterhalb des Meghé-Kreuzes sicherlich wohlfühlen. Hier servieren die Nachfahren der Familie Bonardelli die berühmte Polenta Taragna mit dem Bagoss-Käse sowie Fleischgerichte von den Weiden der Nachbarschaft. Dazu passt dann am besten ein würziger Rotwein.

Die Region bietet sich für Kletterer unter anderem in Crone und Vesta an. Wer mutig genug ist, kann zwischen zwanzig Routen wählen, wobei sich die Wand „Corna 23“ in Vestone allen empfiehlt, die sich gute Bedingungen mit einem griffigen und löchrigen Kalkfelsen wünschen. Am Gardasee sind die Klettersteige häufig so stark frequentiert, dass sich Warteschlangen bilden. Das ist in der Region am benachbarten See selten der Fall.

Idro steht in den Sommermonaten im Zeichen zweier überregional beachteter Events. Da ist einmal das Buskers Festival im Ortsteil Crone mit Straßenkünstlern und Livemusik und die Suche nach dem „Idroman“, dem härtesten Triathlon-Wettkampf Norditaliens. Ein Ferienhaus oder eine Hotelanlage am See sind aber auch ideale Ausgangspunkte für Erkundungen der reizvollen Umgebung oder zu inspirierenden Radtouren auf den autofreien Wegen der Uferzonen. Übrigens: Nur ein Schiff verkehrt auf dem stillen See: Die „Idra“ verfügt über 120 Sitzplätze und bewältigt die Strecke von Lemptrato a Crone über Vantone, Anfo, Vesta, Baitoni, Ponte Caffaro und zurück in zwei Stunden.

Die Hotels und Residenzen in den schmucken Dörfern am Ufer sind bei ihren Gästen sehr beliebt. Zu buchen sind Unterkünfte aller Preiskategorien. Die gemütlichen Restaurants mit ihren vielseitigen Speisekarten und Bars erfreuen sich einer großen Nachfrage bei ihren Gästen. Was letztlich auch für die Campingparks gilt, die einen abwechslungsreichen Urlaub in einer einzigartigen Atmosphäre und Umgebung versprechen. (Text: Jörg)